Machen Überpfunde krank?

Natürlich machen sie uns krank - ist nicht anders als bei unseren Menschen. Selbst wenn ich mich jetzt noch wohl in meinem Fell fühle, wird es nicht so bleiben. Menschenstudien an pfundigen Hunden zeigen, dass starkes Übergewicht zu einer Verkürzung unserer Lebenszeit von 1-2 Jahren führen. Bei uns dicken Hunden treten typischerweise die folgenden Erkrankungen auf:

  • Entzündung und Verschleiß der Gelenke
  • Rückenprobleme
  • Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems
  • Diabetes
  • erhöhtes Narkoserisiko
  • erhöhtes Risiko für eine Krebserkrankung
  • Schwächung des Immunsystems und amit eine höhere Infektionsanfälligkeit

Diese Aufzählung ist nur die Spitze des Eisbergs. Fakt ist: das will Hund alles nicht haben. Wenn wir so pfundig sind, dass wir uns nicht bewegen können, ist Schluss mit lustig.

Und unter uns Rüden: wenn ich in einem solchen Zustand bin wie der Mopskollege auf dem Bild, wird das nix mit einem netten Flirt mit der nächsten heißen Hündin, die vorbei kommt. Die sagt uns glatt, dass die Evolution so etwas wie uns nicht vorgesehen hat.

Wie entsteht eigentlich Übergewicht?

Viele Menschen fragen sich natürlich, warum wir zu dick sind. Gründe für Übergewicht gibt es einige. Fangen wir mal mit dem Hauptgrund an:

Der Hund nimmt mehr Energie auf als er verbraucht.

Da der Körperschlau ist, speichert er die Energie, die er nicht braucht, in Form von Fettzellen für schlechte Zeiten. Von der Natur ist das genial eingerichtet. Es kann also durchaus sein, dass Eure Menschen genau die Menge füttern, die für Euer Gewicht auf der Futterverpackung steht. Wenn Ihr dann aber nur zum „Pieseln“ in den Garten geht und Euch sonst eher wenig bewegt, verbraucht Ihr nicht genug Energie. Und „schwups“ ist es da unser gewichtiges Problem.

Wir können festhalten: Schuld sind die Fettzellen. So sehen die blöden Dinger übrigens aus.

Das lateinische Wort für die Fettzelle ist Adipocyte. Nachdem es heutzutage so viele Schlauberger gibt, ist es gut, wenn man in die Diskussion mal ein paar schlau klingende Wörter einflechten kann.

Bei der Entstehung unserer Speckrollen durchlaufen wir zwei Phasen. In der dynamische Phase werden Fettreserven werden durch eine Energieüberversorgung aufgebaut. Es kommt zu einer Zunahme der Fettspeicherzellen und/oder zu einer vermehrten Fetteinlagerung in den Adipozyten.

Ist dieser Prozess abgeschlossen und das Fettansatzvermögen erschöpft, beginnt die statische Phase. Hier fressen die betroffenenHunde nun möglicherweise tatsächlich die gleiche Futtermenge wie die normalgewichtigen Kollegen, aber Abnehmen ist aufgrund des bereits gespeicherten Körperfetts nahezu unmöglich. Hier beginnt ein echter Teufelskreis:

Mit zunehmendem Gewicht sind wir Hunde besser isoliert, so sinkt wieder unser Energieverbrauch. Im Fettgewebe werden weniger Kalorien verbrannt als im Muskelgewebe. Wir werden aufgrund der Überkilos, die wir bewegen müssen schneller müde und bewegen uns weniger.

Neben zu viel Fressen und zu wenig Bewegung, gibt es einige Rassen die „genetisch vorprogrammiert“ zu Übergewicht neigen. Als prominente Beispiele seien hier genannt:

  • Cocker Spaniel
  • Labrador oder Golden Retriever
  • Mops
  • Basset
  • Beagle

Hier sollten Eure Menschen schon mit dem Einzug des Hundes auf die Ernährung und die regelmäßige Gewichtskontrolle achten.

Es gibt auch einige Erkrankungen von uns Hunden, die zu Übergewicht führen z.B. Diabetes oder eine Schilddrüsenunterfunktion. Dies ist einer der Gründe, warum vor einer Diät ein Tierarztbesuch ein MUSS ist. Leiden wir unter einer Unterfunktion der Schilddrüse, müssen wir  zunächst medikamentös eingestellt werden und dann kann es an den Abbau der Fettzellen gehen.

 

Leider gibt es auf dem Markt auch richtig schlechtes Futter. Es enthält zu viel Fett, minderwertige Futterstoffe und teilweise sogar Zucker. Das hilft nicht wirklich beim Schlank bleiben.

Und dann gibt es noch ein letzten gewichtigen Grund für Übergewicht beim Hund: den Menschen selbst. Die Lebensbedingungen für uns Hunde sind immer schwieriger geworden:

  • fast überall herrscht Leinenzwang - freies Herumtoben mit Kollegen ist kaum noch möglich - uns fehlt die Bewegung
  • unsere Menschen haben immer weniger Zeit für uns und so werden die Spaziergänge oft sehr kurz
  • weil unsere Menschen wissen, dass sie eigentlich mehr mit uns unternehmen müssten, gibt es dann zur Beruhigung des schlechten Gewissens noch einen Kauartikel und ein paar Käseleckerlis oben drauf

Kurzum Eure Menschen müssen wieder "Füttern lernen" und Frauchen hilft Ihnen dabei.

 

 

 

 

 

 

 

Seminare 2015:

  • Lehrgang "Hundeernährungsberater" bei Silvia Weber bis März 2015 mit erfolgreichem Abschluss
  • "Crossdogging" -  6 Tage bei Raphaela Niewerth
  • Teilnahme am XIV. Internationalem Hundesymposium" mit Anders Hallgren, Dr. Brigitte Glöwing, Clarissa v. Reinhardt, Sunny Benett, Jacqueline Löhr, Dr. Barbara Wardeck-Mohr, Nora Flückiger und Frauchen (sie hat auch einen Vortrag gehalten: "Die schnelle Pille bei Angst?")

Was ist denn überhaupt zu dick?

Für uns Hunde gibt es ja Rassestandards. Dort finden Eure Menschen für jede Rasse auch unser Idealgewicht. Bei Mischlingen lehnt man sich an die Rassen an, die deutlich an uns zu erkennen sind.

10% Übergewicht gegenüber dem Rassedurchschnitt werden als beginnende, 20% als manifeste Adipositas eingestuft. Adipositas ist der lateinische Menschenbegriff für „zu dick“ oder Fettleibigkeit. Wenn also jemand zu Euch sagt: „ Der Hund ist aber adipös.“ – ist das nix Elegantes.

Jetzt mal in Zahlen. Mein Idealgewicht wäre so bei 13 kg. Ich - Jamie - bin ein Terriermix. Tatsächlich lag mein Gewicht mal bei 16 kg. Nun sind 10% von meinem Idealgewicht mal nur 1,3 kg. Wir Hunde sind  viel schneller übergewichtig als die Menschen. In einer Grafik sieht das dann so aus:

Bei uns Hunden können schon 3-4 überzählige Pfunde zu einem Übergewicht und den damit verbundenen Einschränkungen und Krankheiten führen. Ich war vor der Ernährungsumstellung also richtig adipös.

 

Wie können die Menschen nun unser Übergewicht feststellen?

Regelmäßiges Wiegen ist natürlich von Vorteil! Tut nicht weh und meistens bekommt man Leckerli, wenn man auf das Ding steigt.

Unsere Menschen haben aber noch eine andere Art festzustellen, ob wir zu dick sind. Sie bohren uns ja oft Ihre Finger in die Rippen und versuchen sie zu spüren. Denn wenn der Mensch die Rippen spüren kann, ist das ein Hinweis darauf, dass unser Gewicht passt. Damit unser Gewicht auf jeden Fall passt, bohren sie und drücken sehr fest. Eigentlich sollten sie nicht bohren, sondern mit den Handflächen mit leichtem Druck über unseren Brustkorb streichen. Sind die Rippen dann gut spürbar, dann passt es.

 

Schauen die Menschen von oben auf uns, sollte eine Taille deutlich erkennbar sein. Geht die Form in Richtung Knack-wurst, läuft bei der Fütterung etwas schief. Natürlich müssen wir nicht alle aussehen, wie die Windhundkollegen. Jeder hat ja rassebedingt eine andere Figur. Auch unsere Bauchlinie und der Bauchumfang sind ein Indiz für Übergewicht. Ist die Bauchlinie nicht sichtbar und wir sehen eher aus wie Hängebauchscheine ist Gefahr in Verzug.

Sogar für Hunde gibt es mittlerweile eine Art Body Mass Index. Er heißt Body Condition Score (BCS). Allerdings würde das hier zu weit führen. Frauchen erklärt das dann euren Menschen.

Tipp:

Gerade bei unserem Gewicht neigen die Menschen dazu zu mogeln. Für uns ist das nicht wirklich gesund.

Wissenswertes

Hier gibt es ab jetzt  pfundige Info´s zum Download. Den Beginn macht unsere Broschüre:

files/Pfundige_Hunde_Newsletter_Web.pdf

Diese Broschüre und die Postkarten versenden wir auf Wunsch auch gerne an TierärztInnen, PhysiotherapeutInnen, Hundeschulen oder sonstige Einrichtungen, die es gerne haben möchten. Bitte einfach per Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bestellen.

 

Und was wäre, wenn die Knochenfütterung schuld ist:

files/Knochen_Info.pdf